Resultate der Erhebung

Schulleiter und Verkehrsinstruktoren aller Zürcher Gemeinden nahmen an der Erhebung zur Ermittlung der Datengrundlage zwecks Förderung des Velofahrens im Schulverkehr teil. Sie lieferten wertvolle Informationen zur Velonutzung im Schulverkehr:

  • Verkehrsmittelwahl und Velonutzung
  • Regelungen zur Velonutzung
  • Infrastruktur im direkten Umfeld des Schulhauses
  • Hauptsächliche Schulwegverbindungen im ganzen Einzugsgebiet der Schule
  • Bestehende Fördermassnahmen
  • Haltung gegenüber der Veloförderung im Schulverkehr

Der Rücklauf seitens Schulleitungen betrug 46 % (231 von 506 Schulen). Seitens Verkehrsinstruktoren der Kantonspolizei betrug der Rücklauf 98 %. Dieser Wert entspricht 496 Schulen und unterstreicht die Bedeutung dieses Themas für die Kantonspolizei.Die Gegenüberstellung der Daten des Bundesamtes für Statistik zeigt, dass die 231 Schulen hinsichtlich der Kriterien «Gemeindetyp», «Gemeindegrösse», «Schulstufe» und «Schulgrösse» die Gesamtheit der öffentlichen Schulen im Kanton Zürich abbilden und ihre Antworten daher Rückschlüsse auf das ganze Kantonsgebiet zulassen.

Wichtige Auswertungen

Die Verkehrsmittelwahl der Schulkinder sowie die Faktoren, welche diese beeinflussen, stellen einen wesentlichen Bestandteil der Erhebung dar.

  • Die Velonutzung auf dem Schulweg variiert je nach Gemeinde stark. Der Mittelwert beträgt 17.9 %.
  • In Oberstufen ist die Nutzung des Velos auf dem Schulweg markant höher als in der Unter- und Mittelstufe. Es lässt sich erkennen, dass das Velo in ländlichen Gegenden vermehrt für den Schulweg eingesetzt wird.
  • Die Nutzung des Velos auf dem Schulweg hängt von verschiedenen Faktoren ab. Um herauszufinden, was die Nutzung begünstigt oder hemmt, wurden verschiedene Faktoren analysiert und einander gegenübergestellt.
  • Es lässt sich ein klarer Zusammenhang zwischen der Länge des Schulwegs und der Häufigkeit der Velonutzung feststellen. Für Kinder mit einem langen Schulweg ist das Velo die erste Wahl.
  • Bei rund einem Drittel der Unter- und Mittelstufen wird die Velonutzung drastisch reduziert durch Regelungen, welche sie z. B. anhand einer minimalen Schulweglänge einschränken oder den Kindern die Anfahrt mit dem Velo ganz verbieten. Bei Oberstufenschulen sind solche Weisungen nicht vorhanden. (Siehe unten, Absatz über rechtliche Aspekte.)
  • Die Velonutzung wäre ca. 5 % höher, wenn kein ÖV- oder Schulbusangebot bestehen würde.
  • Eine positive Haltung seitens Schulleitungen und Lehrpersonen begünstigen die Velonutzung. An Schulen mit einer eher negativen Haltung nimmt der Anteil der Kinder, die mit dem Velo zur Schule fahren, massiv ab.

Rechtliche Aspekte des Schulwegs

Obschon die Verantwortung für den Schulweg bei den Eltern liegt, erlassen viele Schulen mehr oder weniger verbindliche Regelungen betreffend der Verkehrsmittel, mit denen die Kinder zur Schule kommen dürfen. Viele dieser Regelungen sind Jahrzehnte alt, haben Tradition und werden, solange kein Anlass besteht, auch nicht in Frage gestellt. Der folgende Auszug aus der Volksschulverordnung § 66, Absatz 2 verdeutlicht jedoch, dass hier ein Missverständnis vorliegt: «Die Verantwortung für Schülerinnen und Schüler auf dem Schulweg liegt bei den Eltern.»